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der folgen muss, wohin auch sein gespenstischer Führerden Weg nimmt. Man sollte jedes Wort dieser Dramensingen können, und Götter und Helden sollten es inden Mund nehmen: das war die ausserordentliche An-forderung, welche Wagner an seine sprachliche Phantasiestellte. Jeder Andre hätte dabei verzagen müssen; dennunsre Sprache scheint fast zu alt und zu verwüstet zusein, als dass man von ihr hätte verlangen dürfen, wasWagner verlangte: und doch rief sein Schlag gegen denFelsen eine reichliche Quelle hervor. Gerade Wagnerhat, weil er diese Sprache mehr liebte und mehr von ihrforderte, auch mehr als ein andrer Deutscher an ihrerEntartung und Schwächung gelitten, also an den vielfältigenVerlusten und Verstümmlungen der Formen, an demschwerfälligen Partikelwesen unsrer Satzfügung, an denunsingbaren Hülfszeitwörtern: — alles Dieses sind jaDinge, welche durch Sünden und Verlotterungen in dieSprache hineingekommen sind. Dagegen empfand er mittiefem Stolze die auch jetzt noch vorhandene Ursprüng-lichkeit und Unerschöpflichkeit dieser Sprache, die ton-volle Kraft ihrer Wurzeln, in welchen er, im Gegensatzzu den höchst abgeleiteten, künstlich rhetorischen Sprachender romanischen Stämme, eine wunderbare Neigung undVorbereitung zur Musik, zur wahren Musik ahnte. Esgeht eine Lust an dem Deutschen durch Wagner’sDichtung, eine Flerzlichlceit und Freimüthigkeit im Ver-kehre mit ihm, wie so Etwas, ausser bei Goethe, beikeinem Deutschen sich nachfühlen lässt. Leiblichkeit desAusdrucks, verwegene Gedrängtheit, Gewalt und rhyth-mische Vielartigkeit, ein merkwürdiger Reichthum anstarken und bedeutenden Wörtern, Vereinfachung derSatzgliederung, eine fast einzige Erfindsamkeit in derSprache des wogenden Gefühls und der Ahnung, eine