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mitunter ganz rein sprudelnde Volksthümlichkeit undSprüchwörtlichkeit — solche Eigenschaften würden auf-zuzählen sein, und doch wäre dann immer noch diemächtigste und bewunderungswürdigste vergessen. Werhinter einander zwei solche Dichtungen wie Tristan unddie Meistersinger liest, wird in Hinsicht auf die Wort-sprache ein ähnliches Erstaunen und Zweifeln empfindenwie in Hinsicht auf die Musik: wie es nämlich möglichwar, über zwei Welten, so verschieden an Form, Farbe,Fügung als an Seele, schöpferisch zu gebieten. Diessist das Mächtigste an der Wagnerischen Begabung,Etwas, das — allein dem grossen Meister gelingen wird:für jedes Werk eine eigne Sprache auszuprägen und derneuen Innerlichkeit auch einen neuen Leib, einen neuenKlang zu geben. Wo eine solche allerseltenste Machtsich äussert, wird der Tadel immer nur kleinlich undunfruchtbar bleiben, der sich auf einzelnes Übermüthigeund Absonderliche, oder auf die häufigeren Dunkelheitendes Ausdrucks und Umschleierungen des Gedankensbezieht. Überdiess war Denen, welche bisher am lautestengetadelt haben, im Grunde nicht sowohl die Spracheals die Seele, die ganze Art zu empfinden und zu leiden,anstössig und unerhört. Wir wollen warten, bis Dieseselber eine andre Seele haben, dann werden sie selberauch eine andre Sprache sprechen: und dann wird es, wiemir scheint, auch mit der deutschen Sprache im Ganzenbesser stehn, als es jetzt steht.
Vor Allem aber sollte Niemand, der über Wagner,den Dichter und Sprachbildner, nachdenkt, vergessen,dass keines der Wagnerischen Dramen bestimmt ist, ge-lesen zu werden, und also nicht mit den Forderungenbehelligt werden darf, welche an das Wortdrama gestelltwerden. Dieses will allein durch Begriffe und Worte auf
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