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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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er das Leiden im Wesen der Dinge und nimmt vonjetzt ab, gleichsam unpersönlicher geworden, seinen Theilvon Leiden stiller hin. Das Begehren nach höchsterMacht, das Erbgut früherer Zustände, tritt ganz inskünstlerische Schaffen über; er spricht durch seine Kunstnur noch mit sich, nicht mehr mit einem Publikum oderVolke, und ringt darnach, ihr die grösste Deutlichkeitund Befähigung für ein solches mächtigstes Zwiegesprächzu geben. Es war auch im Kunstwerke der vorher-gehenden Periode noch anders: auch in ihm hatte ereine, wenngleich zarte und veredelte, Rücksicht aufsofortige Wirkung genommen: als Frage war jenes Kunst-werk ja gemeint, es sollte eine sofortige Antwort her-vorrufen; und wie oft wollte Wagner es Denen, welcheer fragte, erleichtern, ihn zu verstehen so dasser ihnen und ihrer Ungeübtheit im Gefragtwerden ent-gegenkam und an ältere Formen und Ausdrucksmittelder Kunst sich anschmiegte; wo er fürchten musste, mitseiner eigensten Sprache nicht zu überzeugen und ver-ständlich zu werden, hatte er versucht, zu überredenund in einer halb fremden, seinen Zuhörern aber be-kannteren Zunge seine Frage kund zu thun. Jetzt gabes Nichts mehr, was ihn zu einer solchen Rücksicht hättebestimmen können, er wollte jetzt nur noch Eins: sichmit sich verständigen, über das Wesen der Welt inVorgängen denken, in Tönen philosophiren; der Restdes Absichtlichen in ihm geht auf die letzten Ein-sichten aus. Wer würdig ist, zu wissen, was damals inihm vorgieng, worüber er in dem heiligsten Dunkelseiner Seele mit sich Zwiesprache pflog es sind nichtViele dessen würdig: der höre, schaue und erlebe Tristanund Isolde, das eigentliche opus metaphysicum allerKunst, ein Werk, auf dem der gebrochne Blick eines