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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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werke, als ob sie ganz eigentlich zum Zer-redet-werdengeschaffen wären. Die ganze ästhetische Schreib- undSchwatzseligkeit brach wie ein Fieber unter den Deut-schen aüs, man maass und fingerte an den Kunstwerken,an der Person des Künstlers herum, mit jenem Mangelan Scham, welcher den deutschen Gelehrten nicht we-niger als den deutschen Zeitungsschreibern zu eigen ist.Wagner versuchte dem Verständniss seiner Frage durchSchriften nachzuhelfen: neue Verwirrung, neues Gesumme ein Musiker, der schreibt und denkt, war aller Welt da-mals ein Unding; nun schrie man, es ist ein Theoretiker,welcher aus erklügelten Begriffen die Kunst umgestaltenwill, steinigt ihn! Wagner war wie betäubt; seineFrage wurde nicht verstanden, seine Noth nicht em-pfunden, sein Kunstwerk sah einer Mittheilung an Taubeund Blinde, sein Volk einem Hirngespinste ähnlich;er taumelte und gerieth ins Schwanken. Die Möglich-keit eines völligen Umsturzes aller Dinge taucht vorseinen Blicken auf, er erschrickt nicht mehr über dieseMöglichkeit: vielleicht ist jenseits der Umwälzung undVerwüstung eine neue Hoffnung aufzurichten, vielleichtauch nicht und jedenfalls ist das Nichts besser alsdas widerliche Etwas. In Kürze war er politischer Flücht-ling und im Elend.

Und jetzt erst, gerade mit dieser furchtbaren Wen-dung seines äusseren und inneren Schicksals, beginntder Abschnitt im Leben des grossen Menschen, aufdem das Leuchten höchster Meisterschaft wie der Glanzflüssigen Goldes liegt! Jetzt erst wirft der Genius derdithyrambischen Dramatik die letzte Hülle von sich!Er ist vereinsamt, die Zeit erscheint ihm nichtig, erhofft nicht mehr: so steigt sein Weitblick in die Tiefe,nochmals, und jetzt hinab bis zum Grunde: dort sieht