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und das ganze moderne Kunst-Lügenwesen. Indem erzum Kritiker des „Effectes“ wurde, durchzitterten ihn dieAhnungen einer eignen Läuterung. Es war, als ob vonjetzt ab der Geist der Musik mit einem ganz neuenseelischen Zauber zu ihm redete. Wie wenn er aus einerlangen Krankheit wieder an’s Licht käme, traute er kaummehr Hand und Auge, er schlich seines Wegs dahin;und so empfand er es als eine wundervolle Entdeckung,dass er noch Musiker, noch Künstler sei, ja dass er esjetzt erst geworden sei.
Jede weitere Stufe im Werden Wagner’s wird dadurchbezeichnet, dass die beiden Grundkräfte seines Wesenssich immer enger zusammenschliessen: die Scheu dereinen vor der andern lässt nach, das höhere Selbst be-gnadet von da an den gewaltsamen irdischeren Brudernicht mehr mit seinem Dienste, es liebt ihn und mussihm dienen. Das Zarteste und Reinste ist endlich, amZiele der Entwicklung, auch im Mächtigsten enthalten,der ungestüme Trieb geht seinen Lauf wie vordem, aberauf andern Bahnen, dorthin, wo das höhere Selbst hei-misch ist; und dieses wiederum steigt zur Erde herabund erkennt in allem Irdischen sein Gleichniss. Wennes möglich wäre, in dieser Art vom letzten Ziele undAusgange jener Entwicklung zu reden und noch ver-ständlich zu bleiben, so dürfte auch die bildhafte Wendungzu finden sein, durch welche eine lange Zwischenstufejener Entwicklung bezeichnet werden könnte; aber ichzweifle an jenem und versuche desshalb auch dieses nicht.Diese Zwischenstufe wird historisch durch zwei Wortegegen die frühere und spätere abgegrenzt: Wagner wirdzum Revolutionär der Gesellschaft, Wagner er-kennt den einzigen bisherigen Künstler, das dichtendeVolk. Der herrschende Gedanke, welcher nach jener