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Gott, alles Schwache, Menschliche, Verlorne „mit feu-rigen Armen zum Himmel emporheben“, um endlich Liebeund nicht mehr Anbetung zu finden und sich, in derLiebe, seiner selbst völlig zu entäussern! Gerade aberdie hier angenommene Kreuzung ist das thatsächlicheWunder in der Seele des dithyrambischen Dramatikers:und wenn sein Wesen irgendwo auch vom Begriff zu er-fassen wäre, so müsste es an dieser Stelle sein. Dennes sind die Zeugungs-Momente seiner Kunst, wenn er indiese Kreuzung der Empfindungen gespannt ist, und sichjene unheimlich-übermüthige Befremdung und Verwun-derung über die Welt mit dem sehnsüchtigen Drangepaart, derselben Welt als Liebender zu nahen. Was erdann auch für Blicke auf Erde und Leben wirft, es sindimmer Sonnenstrahlen, die „Wasser ziehen“, Nebel ballen,Gewitterdünste umher lagern. Hellsichtig-besonnenund liebend-selbstlos zugleich fällt sein Blickhernieder: und Alles, was er jetzt mit dieser doppeltenLeuchtkraft seines Blickes sich erhellt, treibt die Naturmit furchtbarer Schnelligkeit zur Entladung aller ihrerKräfte, zur Offenbarung ihrer verborgensten Geheimnisse:und zwar durch Scham. Es ist mehr als ein Bild, zusagen, dass er mit jenem Blick die Natur überraschthabe, dass er sie nackend gesehn habe: da will sie sichnun schamhaft in ihre Gegensätze flüchten. Das bisherUnsichtbare, Innre rettet sich in die Sphäre des Sicht-baren und wird Erscheinung; das bisher nur Sichtbareflieht in das dunkle Meer des Tönenden: so enthülltdie Natur, indem sie sich verstecken will, dasWesen ihrer Gegensätze. In einem ungestüm rhyth-mischen und doch schwebenden Tanze, in verzücktenGebärden spricht der Urdramatiker von Dem, was in ihm,was in der Natur sich jetzt begiebt: der Dithyramb seiner