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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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aber doch gehört gerade diess Vielleicht zu den ver-wegensten, die es giebt, und wiegt einem Vielschwer ganzgleich; davon zu reden sollte nur Einem freistehn,welcher den höchsten Augenblick alles Kommenden, vor-wegnehmend, erzeugen und fühlen könnte und der dannsofort, gleich Faust, blind werden müsste und dürfte:denn wir haben selbst zu dieser Blindheit kein Recht,während zum Beispiel Plato gegen alles Wirklich-Helle-nische mit Recht blind sein durfte, nach jenem einzigenBlick seines Auges, den er in das Ideal-Hellenische ge-than hatte. Wir Anderen brauchen vielmehr desshalb dieKunst, weil wir gerade Angesichts des Wirklichensehend geworden sind; und wir brauchen gerade denAll-Dramatiker, damit er uns aus der furchtbaren Spannungwenigstens auf Stunden erlöse, welche der sehende Menschjetzt zwischen sich und den ihm aufgebürdeten Aufgabenempfindet. Mit ihm steigen wir auf die höchsten Sprossender Empfindung und wähnen uns dort erst wieder in derfreien Natur und im Reich der Freiheit; von dort aussehen wir, wie in ungeheuren Luft-Spiegelungen, uns undunseres Gleichen im Ringen, Siegen und Unter gehen alsetwas Erhabenes und Bedeutungsvolles, wir haben Lustam Rhythmus der Leidenschaft und am Opfer derselben,wir hören bei jedem gewaltigen Schritte des Helden dendumpfen Widerhall des Todes und verstehen in dessenNähe den höchsten Reiz des Lebens: so zu tragischenMenschen umgewandelt, kehren wir in seltsam getrösteterStimmung zum Leben zurück, mit dem neuen Gefühl derSicherheit, als ob wir nun aus den grössten Gefahren,Ausschreitungen und Ekstasen den Weg zurück ins Be-grenzte und Heimische gefunden hätten: dorthin, wo manüberlegen-gütig, und jedenfalls vornehmer als vordem,verkehren kann; denn Alles, was hier als Ernst und Noth,