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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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errathen und erschlossen, sondern nur durch die Thatgezeigt werden kann. Vor wem aber diese That plötzlichgethan wird, den wird sie wie der unheimlichste, an-ziehendste Zauber überwältigen: er steht mit einem Malevor einer Macht, welche den Widerstand der Vernunftaufhebt, ja alles Andre, in dem man bis dahin lebte, un-vernünftig und unbegreiflich erscheinen lässt: ausser unsgesetzt, schwimmen wir in einem räthselhaften feurigenElemente, verstehen uns selber nicht mehr, erkennen dasBekannteste nicht wieder; wir haben kein Maass mehr inder Hand, alles Gesetzliche, alles Starre beginnt sich zubewegen, jedes Ding leuchtet in neuen Farben, redet inneuen Schriftzeichen zu uns: da muss man schon Platosein, um, bei diesem Gemisch von gewaltsamer Wonneund Furcht, sich doch so entschliessen zu können, wie erthut, und zu dem Dramatiker zu sprechen:wir wolleneinen Mann, der in Folge seiner Weisheit alles Möglichewerden und alle Dinge nachahmen könnte, wenn er inunser Gemeinwesen kommt, als etwas Heiliges undWundervolles verehren, Salben über sein Plaupt giessenund es mit Wolle bekränzen, aber ihn zu bewegen suchen,dass er in ein andres Gemeinwesen gehe. Mag es sein,dass Einer, der im platonischen Gemeinwesen lebt, soetwas über sich gewinnen kann und muss: wir Anderenalle, die wir so gar nicht in ihm, sondern in ganz andernGemeinwesen leben, sehnen uns und verlangen darnach,dass der Zauberer zu uns komme, ob wir uns schon vorihm fürchten, gerade damit unser Gemeinwesen unddie böse Vernunft und Macht, deren Verkörperung esist, einmal verneint erscheine. Ein Zustand der Mensch-heit, ihrer Gemeinschaft, Sitte, Lebensordnung, Gesammt-einrichtung, welcher des nachahmenden Künstlers ent-behren könnte, ist vielleicht keine volle Unmöglichkeit,