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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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grossartigsten Entwicklungen aus inneren Hemmungenoder Lücken herzuleiten, wenn zum Beispiel für Goethedas Dichten eine Art Auskunftsmittel für einen verfehltenMalerberuf war, wenn man von Schillers Dramen als voneiner versetzten Volks-Beredtsamkeit reden kann, wennWagner selbst die Förderung der Musik durch die Deut-schen unter Anderem auch so sich zu deuten sucht, dasssie, des verführerischen Antriebs einer natürlich-melo-dischen Stimmbegabung entbehrend, die Tonkunst etwamit dem gleichen tiefgehenden Ernste aufzufassen ge-nöthigt waren, wie ihre Reformatoren das Christen-thum: wenn man in ähnlicher Weise WagnersEntwicklung mit einer solchen inneren Hemmung inVerbindung setzen wollte, so dürfte man wohl in ihmeine schauspielerische Urbegabung annehmen, welche essich versagen musste, sich auf dem nächsten trivialstenWege zu befriedigen, und welche in der Heranziehungaller Künste zu einer grossen schauspielerischen Offen-barung ihre Auskunft und ihre Rettung fand. Abereben so gut müsste man dann sagen dürfen, dass diegewaltigste Musiker-Natur, in ihrer Verzweiflung, zuden Halb- und Nicht-Musikern reden zu müssen, denZugang zu den andern Künsten gewaltsam erbrach,um so endlich mit hundertfacher Deutlichkeit sich mit-zutheilen und sich Verständniss, volksthümlichstes Ver-ständniss zu erzwingen. Wie man sich nun auch die Ent-wicklung des Urdramatikers vorstellen möge, in seinerReife und Vollendung ist er ein Gebilde ohne jede Hem-mung und Lücke: der eigentlich freie Künstler, der garnicht anders kann, als in allen Künsten zugleich denken,der Mittler und Versöhner zwischen scheinbar getrenntenSphären, der Wiederhersteller einer Ein- und Gesammt-heit des künstlerischen Vermögens, welche gar nicht