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geben und Annehmen ihre Grösse hat. Indem der Be-trachtende scheinbar der aus- und überströmenden NaturWagner’s unterliegt, hat er an ihrer Kraft selber Antheilgenommen und ist so gleichsam durch ihn gegen ihnmächtig geworden; und Jeder, der sich genau prüft, weiss,dass selbst zum Betrachten eine geheimnissvolle Gegner-schaft, die des Entgegenschauens, gehört. Lässt unsseine Kunst alles Das erleben, was eine Seele erfährt, dieauf Wanderschaft geht, an andern Seelen und ihremLoose Theil nimmt, aus vielen Augen in die Welt blickenlernt, so vermögen wir nun auch, aus solcher Entfremdungund Entlegenheit heraus, ihn selbst zu sehen, nachdem wirihn selbst erlebt haben. Wir fühlen es dann auf das Be-stimmteste: in Wagner will alles Sichtbare der Welt zumLlörbaren sich vertiefen und verinnerlichen und suchtseine verlorne Seele; in Wagner will ebenso alles Hör-bare der Welt auch als Erscheinung für das Auge an’sLicht hinaus und hinauf, will gleichsam Leiblichkeit ge-winnen. Seine Kunst führt ihn immer den doppeltenWeg, aus einer Welt als Hörspiel in eine räthselhaftverwandte AVelt als Schauspiel und umgekehrt; er istfortwährend gezwungen — und der Betrachtende mitihm, — die sichtbare Bewegtheit in Seele und Uriebenzurück zu übersetzen und wiederum das verborgensteWeben des Inneren als Erscheinung zu sehen und miteinem Schein-Leib zu bekleiden. Diess Alles ist das Wesendes dithyrambischen Dramatikers, dieser Begriffso voll genommen, dass er zugleich den Schauspieler,Dichter, Musiker umfasst: so wie dieser Begriff aus dereinzig vollkommnen Erscheinung des dithyrambischenDramatikers vor Wagner, aus Äschylus und seinengriechischen Kunstgenossen, mit Nothwendigkeit ent-nommen werden muss. Wenn man versucht hat, die