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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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hier verhältnissmässig ernst, so verlangt man gar vonihr die Erzeugung einer Art von Hunger und Begehren,und findet ihre Aufgabe eben in dieser künstlich er-zeugten Aufregung. Als ob man sich fürchtete, an sichselber durch Ekel und Stumpfheit zu Grunde zu gehen,ruft man alle bösen Dämonen auf, um sich durch dieseJäger wie ein Wild treiben zu lassen: man lechzt nachLeiden, Zorn, Hass, Erhitzung, plötzlichem Schrecken,athemloser Spannung und ruft den Künstler herbei alsden Beschwörer dieser Geisterjagd. Die Kunst ist jetztin dem Seelen-Haushalte unsrer Gebildeten ein ganzerlogenes oder ein schmähliches, entwürdigendes Be-dürfnis, entweder ein Nichts oder ein böses Etwas. DerKünstler, der bessere und seltenere, ist wie von einembetäubenden Traume befangen, diess Alles nicht zu sehen,und wiederholt zögernd mit unsicherer Stimme gespen-stisch schöne Worte, die er von ganz fernen Orten herzu hören meint, aber nicht deutlich genug vernimmt; derKünstler dagegen von ganz modernem Schlage kommtin voller Verachtung gegen das traumselige Tasten undReden seines edleren Genossen daher und führt die ganzekläffende Meute zusammengekoppelter Leidenschaften undScheusslichkeiten am Strick mit sich, um sie nachVerlangen auf die modernen Menschen loszulassen: diesewollen ja lieber gejagt, verwundet und zerrissen werden,als mit sich selber in der Stille beisammenwohnen zumüssen. Mit sich selber! dieser Gedanke schütteltdie modernen Seelen, das ist ihre Angst und Ge-spensterfurcht.

Wenn ich mir in volkreichen Städten die Tausendeansehe, wie sie mit dem Ausdrucke der Dumpfheit oderder Hast vorübergehen, so sage ich mir immer wieder:es muss ihnen schlecht zu Muthe sein. Für diese Alle