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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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wollten! Weil sie bis jetzt die Seele der Musik nicht insich herbergen lassen, so haben sie auch die Gymnastikim griechischen und Wagnerischen Sinne dieses Wortesnoch nicht geahnt; und diess ist wieder der Grund, warumihre bildenden Künstler zur Hoffnungslosigkeit verurtheiltsind, so lange sie eben, wie jetzt immer noch, der Musikals Führerin in eine neue Schauwelt entrathen wollen:es mag da an Begabung wachsen, was da wolle, eskommt zu spät oder zu früh und jedenfalls zur Unzeit,denn es ist überflüssig und wirkungslos, da ja selbst dasVollkommne und Höchste früherer Zeiten, das Vorbildder jetzigen Bildner, überflüssig und fast wirkungslos istund kaum noch einen Stein auf den andern setzt. Sehensie in ihrem innerlichen Schauen keine neuen Gestaltenvor sich, sondern immer nur die alten hinter sich, sodienen sie der Historie, aber nicht dem Leben, und sindtodt, bevor sie gestorben sind: wer aber jetzt wahres,fruchtbares Leben, das heisst gegenwärtig allein: Musikin sich fühlt, könnte der sich durch irgend Etwas, dassich in Gestalten, Formen und Stilen abmüht, nur einenAugenblick zu weiter tragenden Hoffnungen verführenlassen? Über alle Eitelkeiten dieser Art ist er hinaus;und er denkt ebenso wenig daran, abseits von seineridealen Hörwelt bildnerische Wunder zu finden, als ervon unsern ausgelebten und verfärbten Sprachen nochgrosse Schriftsteller erwartet. Lieber, als dass er irgendwelchen eiteln Vertröstungen Gehör schenkte, erträgter es, den tief unbefriedigten Blick auf unser modernesWesen zu richten: mag er voll von Galle und Hasswerden, wenn sein Herz nicht warm genug zum Mitleidist! Selbst Bosheit und Hohn ist besser, als dass er sich,nach der Art unsrerKunstfreunde, einem trügerischenBehagen und einer stillen Trunksucht überantwortete!