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gleich Reinigung und Umwandlung der Natur ist; dennin der Seele der liebevollsten Menschen ist die Nöthigungzu jener Rückkehr entstanden, und in ihrer Kunst er-tönt die in Liebe verwandelte Natur.
Nehmen wir diess als die eine Antwort Wagner’sauf die Frage, was die Musik in unserer Zeit bedeutet:er hat noch eine zweite. Das Verhältniss zwischen Musikund Leben ist nicht nur das einer Art Sprache zu einerandern Art Sprache, es ist auch das Verhältniss der voll-kommnen Hörwelt zu der gesammten Schauwelt. AlsErscheinung für das Auge genommen und verglichen mitden früheren Erscheinungen des Lebens, zeigt aber dieExistenz der neueren Menschen eine unsägliche Armuthund Erschöpfung, trotz der unsäglichen Buntheit, durchwelche nur der oberflächlichste Blick sich beglückt fühlenkann. Man sehe nur etwas schärfer hin und zerlege sichden Eindruck dieses heftig bewegten Farbenspiels: istdas Ganze nicht wie das Schimmern und Aufblitzen zahl-loser Sternchen und Stückchen, welche man früherenCulturen abgeborgt hat? Ist hier nicht Alles unzugehörigerPrunk, nachgeäffte Bewegung, angemaasste Äusserlich-lceit? Ein Kleid in bunten Fetzen für den Nackten undFrierenden? Ein scheinbarer Tanz der Freude, demLeidenden zugemuthet? Mienen üppigen Stolzes, voneinem tief Verwundeten zur Schau getragen? Und da-zwischen, nur durch die Schnelligkeit der Bewegung unddes Wirbels verhüllt und verhehlt — graue Ohnmacht,nagender Unfrieden, arbeitsamste Langeweile, unehrlichesElend! Die Erscheinung des modernen Menschen ist ganzund gar Schein geworden; er wird in Dem, was er jetztvorstellt, nicht selber sichtbar, viel eher versteckt; undder Rest erfinderischer Kunstthätigkeit, der sich nochbei einem Volke, etwa bei den Franzosen und Italiänern,