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suchen, erfasst sie der Wahnsinn der allgemeinen Begriffe,ja der reinen Wortklänge, und in Folge dieser Unfähigkeit,sich mitzutheilen, tragen dann wieder die Schöpfungenihres Gemeinsinns das Zeichen des Sich-nicht-verstehens,insofern sie nicht den wirklichen Nöthen entsprechen,sondern eben nur der Hohlheit jener gewaltherrischenWorte und Begriffe: so nimmt die Menschheit zu allenihren Leiden auch noch .das Leiden der Conventionhinzu, das heisst des Übereinkommens in Worten undHandlungen ohne ein Übereinkommen des Gefühls. Wiein dem abwärts laufenden Gange jeder Kunst ein Punkterreicht wird, wo ihre krankhaft wuchernden Mittel undFormen ein tyrannisches Übergewicht über die jungenSeelen der Künstler erlangen und sie zu ihren Sclavenmachen, so ist man jetzt, im Niedergange der Sprachen,der Sclave der Worte; unter diesem Zwange vermagNiemand mehr sich selbst zu zeigen, naiv zu sprechen,und Wenige überhaupt vermögen sich ihre Individualitätzu wahren, im Kampfe mit einer Bildung, welche ihrGelingen nicht damit zu beweisen glaubt, dass sie deut-lichen Empfindungen und Bedürfnissen bildend entgegen-komme, sondern damit, dass sie das Individuum in dasNetz der „deutlichen Begriffe“ einspinne und richtig denkenlehre: als ob es irgend einen Werth hätte, Jemanden zueinem richtig denkenden und schliessenden Wesen zumachen, wenn es nicht gelungen ist, ihn vorher zu einemrichtig empfindenden zu machen. Wenn nun, in einersolchermaassen verwundeten Menschheit, die Musik unsrerdeutschen Meister erklingt, was kommt da eigentlich zumErklingen? Eben nur die richtige Empfindung, dieFeindin aller Convention, aller. künstlichen Entfremdungund Unverständlichkeit zwischen Mensch und Mensch:diese Musik ist Rückkehr zur Natur, während sie zu-