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aus dieser Zeit konnte die Musik nicht erstehn! Wasist dann aber ihrer Existenz? Ein Zufall? Gewiss könnteauch ein einzelner grosser Künstler-ein Zufall sein, aberdas Erscheinen einer solchen Reihe von grossen Künstlern,wie es die neuere Geschichte der Musik zeigt, und wiees bisher nur noch einmal, in der Zeit der Griechen,seines Gleichen hatte, giebt zu denken, dass hier nichtZufall, sondern Noth wen digkqit herrscht. Diese Noth-wendigkeit eben ist das Problem, auf welches Wagnereine Antwort giebt.
Es ist ihm zuerst die Erkenntniss eines Nothstandesaufgegangen, der so weit reicht, als jetzt überhaupt dieCivilisation die Völker verknüpft: überall ist hier dieSprache erkrankt, und auf der ganzen menschlichenEntwicklung lastet der Druck dieser ungeheuerlichenKrankheit. Indem die Sprache fortwährend auf die letztenSprossen des ihr Erreichbaren steigen musste, um, mög-lichst ferne von der starken Gefühlsregung, der sie ur-sprünglich in aller Schlichtheit zu entsprechen vermochte,das dem Gefühl Entgegengesetzte, das Reich des Ge-dankens zu erfassen, ist ihre Kraft durch dieses über-mässige Sich-Ausrecken in dem kurzen Zeiträume derneueren Civilisation erschöpft worden: so dass sie nungerade Das nicht mehr zu leisten vermag, wessentwegensie allein da ist: um über die einfachsten Lebensnöthe dieLeidenden miteinander zu verständigen. Der Menschkann sich in seiner Noth vermöge der Sprache nicht mehrzu erkennen geben, also sich nicht wahrhaft mittheilen:bei diesem dunkel gefühlten Zustande ist die Spracheüberall eine Gewalt für sich geworden, welche nun, wiemit Gespensterarmen, die Menschen fasst und schiebt,wohin sie eigentlich nicht wollen; sobald sie mit einandersich zu verständigen und zu einem Werk zu vereinigen