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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Gesetzen des Lebens wird, um so inbrünstiger begehrenwir nach dem Scheine jener Vereinfachung, wenn auchnur für Augenblicke, um so grösser wird die Spannungzwischen der allgemeinen Erkenntniss der Dinge unddem geistig-sittlichen Vermögen des Einzelnen. Damitder Bogen nicht breche, ist die Kunst da.

Der Einzelne soll zu etwas Überpersönlichem ge-weiht werden das will die Tragödie; er soll dieschreckliche Beängstigung, welche der Tod und dieZeit dem Individuum macht, verlernen: denn schon imkleinsten Augenblick, im kürzesten Atom seines Lebens-laufes kann ihm etwas Heiliges begegnen, das allenKampf und alle Noth überschwänglich aufwiegt dasheisst tragisch gesinnt sein. Und wenn die ganzeMenschheit einmal sterben muss wer dürfte daranzweifeln! so ist ihr als höchste Aufgabe für allekommenden Zeiten das Ziel gestellt, so ins Eine undGemeinsame zusammenzuwachsen, dass sie als einGanzes ihrem bevorstehenden Untergange mit einertragischen Gesinnung entgegengehe; in dieserhöchsten Aufgabe liegt alle Veredelung der Menscheneingeschlossen; aus dem endgültigen Abweisen derselbenergäbe sich das trübste Bild, welches sich ein Menschen-freund vor die Seele stellen könnte. So empfinde iches! Es giebt nur Eine Hoffnung und Eine Gewähr fürdie Zukunft des Menschlichen: sie liegt darin, dass dietragische Gesinnung nicht absterbe. Es würdeein Weheschrei sonder Gleichen über die Erde erschallenmüssen, wenn die Men'schen sie einmal völlig verlierensollten; und wiederum giebt es keine beseligendere Lust,als Das zu wissen, was wir wissen wie der tragischeGedanke wieder hinein in die Welt geboren ist. Denndiese Lust ist eine völlig überpersönliche und allgemeine,