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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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als die eines entwurzelt und unstät scheinenden, vomfriedlosen Wahne kreuz und quer geführten Lebens.Wagner wurde aus einem versuchenden Neuling ein all-seitiger Meister der Musik und der Bühne, und in jederder technischen Vorbedingungen ein Erfinder und Mehrer.Niemand wird ihm den Ruhm mehr streitig machen, dashöchste Vorbild für alle Kunst des grossen Vortrags ge-geben zu haben. Aber er wurde noch viel mehr, undum diess und jenes zu werden, war es ihm so wenig alsirgend Jemandem erspart, sich lernend die höchste Culturanzueignen. Und wie er diess that! Es ist eine Lust, diesszu sehen; von allen Seiten wächst es an ihn heran, inihn hinein, und je grösser und schwerer der Bau, um sostraffer spannt sich der Bogen des ordnenden und beherr-schenden Denkens. Und doch wurde es selten Einemso schwer gemacht, die Zugänge zu den Wissenschaftenund Fertigkeiten zu finden, und vielfach musste er solcheZugänge improvisiren. Der Erneuerer des einfachenDramas, der Entdecker der Stellung der Künste in derwahren menschlichen Gesellschaft, der dichtende Erklärervergangener Lebensbetrachtungen, der Philosoph, derHistoriker, der Ästhetiker und Kritiker Wagner, derMeister der Sprache, der Mytholog und Mythopoet, derzum ersten Male einen Ring um das herrliche uralte un-geheure Gebilde schloss und die Runen seines Geistesdarauf ein grub welche Fülle des Wissens hatte erzusammenzubringen und zu umspannen, um das alleswerden zu können! Und doch erdrückte weder dieseSumme seinen Willen zur That, noch leitete das Einzelneund Anziehendste ihn abseits. Um das Ungemeine einessolchen Verhaltens zu ermessen, nehme man zum Beispieldas grosse Gegenbild Goethes, der, als Lernender undWissender, wie ein viel verzweigtes Stromnetz erscheint,