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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Hoffnung ins Leben und liess alle Gespenster hinter sich.Aber in der Art, wie er es that, lag fast immer eineMaasslosigkeit, das Anzeichen dafür, dass er nicht tiefund fest an jene Hoffnung glaubte, sondern sich nur anihr berauschte. Mit dem Gegensätze seines Begehrensund seines gewöhnlichen Halb- oder Unvermögens, es zubefriedigen, wurde er wie mit Stacheln gequält; durchdas fortwährende Entbehren aufgereizt, verlor sich seineVorstellung ins Ausschweifende, wenn einmal plötzlichder Mangel nachliess. Das Leben ward immer ver-wickelter; aber auch immer kühner, erfindungsreicherwaren die Mittel und Auswege, die er, der Dramatiker,entdeckte, ob es schon lauter dramatische Nothbehelfewaren, vorgeschobne Motive, welche einen Augenblicktäuschen und nur für einen Augenblick erfunden sind.Er ist blitzschnell mit ihnen bei der Hand, und ebensoschnell sind sie verbraucht. Das Leben Wagners, ganzaus der Nähe und ohne Liebe gesehn, hat, um an einenGedanken Schopenhauers zu erinnern, sehr viel von derComödie an sich, und zwar von einer merkwürdig gro-tesken. Wie das Gefühl hiervon, das Eingeständnisseiner grotesken Würdelosigkeit ganzer Lebensstreckenauf den Künstler wirken musste, der mehr als irgendein anderer im Erhabenen und im Über - Erhabenenallein frei athmen kann, das giebt dem Denkendenzu denken.

Inmitten eines solchen Treibens, welches nur durchdie genaueste Schilderung den Grad von Mitleiden,Schrecken und Verwunderung einflössen kann, welchenes verdient, entfaltet sich eine Begabung des Lernens,wie sie selbst bei Deutschen, dem eigentlichen Lern-Volke,ganz aussergewöhnlich ist; und in dieser Begabung er-wuchs wieder eine neue Gefahr, die sogar grösser war