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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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hafte Erziehung und Zukunft; wer oberflächlich hinblickte,mochte meinen, er sei zum Dilettantismen geboren. Diekleine Welt, in deren Bann er aufwuchs, war nicht derArt, dass man einem Künstler zu einer solchen Heimathhätte Glück wünschen können. Die gefährliche Lust angeistigem Anschmecken trat ihm nahe, ebenso der mitdem Vielerlei-Wissen verbundene Dünkel, wie er inGelehrten-Städten zu Hause ist; die Empfindung wurdeleicht erregt, ungründlich befriedigt; so weit das Augedes Knaben schweifte, sah er sich von einem wunderlichaltklugen, aber rührigen Wesen umgeben, zu dem dasbunte Theater in lächerlichem, der seelenbezwingendeTon der Musik in unbegreiflichem Gegensätze stand.Nun fällt es dem vergleichenden Kenner überhaupt auf,wie selten gerade der moderne Mensch, wenn er dieMitgift einer hohen Begabung bekommen hat, in seinerJugend und Kindheit die Eigenschaft der Naivetät, derschlichten Eigen- und Selbstheit hat, wie wenig er siehaben kann; vielmehr werden die Seltenen, welche, wieGoethe und Wagner, überhaupt zur Naivetät kommen,diese jetzt immer noch eher als Männer haben, als imAlter der Kinder und Jünglinge. Den Künstler zumal,dem die nachahmende Kraft in besonderem Maasse an-geboren ist, wird die unkräftige Vielseitigkeit des mo-dernen Lebens wie eine heftige Kinder-Krankheit befallenmüssen; er wird als Knabe und Jüngling einem Altenähnlicher sehen als seinem eigentlichen Selbst. Daswunderbar strenge Urbild des Jünglings, den Siegfriedim Ring des Nibelungen, konnte nur ein Mann erzeugen,und zwar ein Mann, der seine eigne Jugend erst spätgefunden hat. Spät, wie Wagner's Jugend, kam seinMannesalter, sodass er wenigstens hierin der Gegensatzeiner vorwegnehmenden Natur ist.