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Abbild des Intellectes und seines eigensten Vermögenswerden. Das Leben des epischen Dichters wird Etwasvom Epos an sich tragen — wie diess, beiläufig gesagt,mit Goethe der Fall ist, in welchem die Deutschen sehrmit Unrecht vornehmlich den Lyriker zu sehen gewohntsind — das Leben des Dramatikers wird dramatischverlaufen.
Das Dramatische im Werden Wagner’s ist gar nichtzu verkennen, von dem Augenblicke an, wo die in ihmherrschende Leidenschaft ihrer selber bewusst wird undseine ganze Natur zusammenfasst: damit ist dann dasTastende, Schweifende, das Wuchern der Nebenschöss-linge abgethan, und in den verschlungensten Wegen undWandlungen, in dem oft abenteuerlichen Bogenwürfeseiner Pläne waltet eine einzige innere Gesetzlichkeit,Ein Wille, aus dem sie erklärbar sind, so verwunderlichauch oft diese Erklärungen klingen werden. Nun gabes aber einen vordramatischen Theil im Leben Wagner’s,seine Kindheit und Jugend, und über den kann mannicht hinweg kommen, ohne auf Räthsel zu stossen. Erselbst scheint noch gar nicht angekündigt; und Das,was man jetzt, zurückblickend, vielleicht als Ankün-digungen verstehen könnte, zeigt sich doch zunächst alsein Bei-einander von Eigenschaften, welche eher Be-denken als Hoffnungen erregen müssen: ein Geist derUnruhe, der Reizbarkeit, eine nervöse Hast im Erfassenvon hundert Dingen, ein leidenschaftliches Behagen anbeinahe krankhaften hochgespannten Stimmungen, einunvermitteltes Umschlagen aus Augenblicken seelen-vollster Gemüthsstille in das Gewaltsame und Lärmende.Ihn schränkte keine strenge erb- und familienhafteKunstübung ein: die Malerei, die Dichtkunst, die Schau-spielerei, die Musik kamen ihm so nahe als die gelehrten-