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liches Phantom unter dem Namen der Philosophie ent-gegenkam, jene gelehrtenhafte Katheder-Weisheit undKatheder-Vorsicht, kurz weil ihm die Philosophie beiZeiten eine lächerliche Sache geworden ist. Sie sollteihm aber eine furchtbare Sache sein; und die Menschen,welche berufen sind, Macht zu suchen, sollten wissen,welche Quelle des Heroischen in ihr fliesst. Ein Ameri-kaner mag ihnen sagen, was ein grosser Denker, der aufdiese Erde kommt, als neues Centrum ungeheurer Kräftezu bedeuten hat. „Seht euch vor“, sagt Emerson, „wennder grosse Gott einen Denker auf unsern Planeten kom-men lässt. Alles ist dann in Gefahr. Es ist, wie wennin einer grossen Stadt eine Feuersbrunst ausgebrochenist, wo keiner weiss, was eigentlich noch sicher ist undwo es enden wird. Da ist nichts in der Wissenschaft,was nicht morgen eine Umdrehung erfahren haben möchte,da gilt kein litterarisches Ansehn mehr, noch die soge-nannten ewigen Berühmtheiten; alle Dinge, die dem Men-schen zu dieser Stunde theuer und werth sind, sind diesnur auf Rechnung der Ideen, die an ihrem geistigenHorizonte aufgestiegen sind und welche die gegenwärtigeOrdnung der Dinge ebenso verursachen, wie ein Baumseine Äpfel trägt. Ein neuer Grad der Culturwürde augenblicklich das ganze System mensch-licher Bestrebungen einer Umwälzung unter-werfen.“ Nun, wenn solche Denker gefährlich sind, soist freilich deutlich, weshalb unsre akademischen Denkerungefährlich sind; denn ihre Gedanken wachsen so fried-lich im Herkömmlichen, wie nur je ein Baum seine Äpfeltrug: sie erschrecken nicht, sie heben nicht aus denAngeln; und von ihrem ganzen Tichten und Trachtenwäre zu sagen, was Diogenes, als man einen Philosophenlobte, seinerseits einwendete: „Was hat er denn Grosses