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fürchten; dass sie in allen Angelegenheiten höherer Cul-tur nicht vorangehen, sondern langsam und spät hinter-drein hinken; dass die eigentliche Grundrichtung ange-sehener Wissenschaften gar nicht mehr eingehalten wird.Man treibt zum Beispiel die sprachlichen Studien eifrigerals je, ohne dass man für sich selbst eine strenge Er-ziehung in Schrift und Rede für nöthig befände. Dasindische Alterthum eröffnet seine Thore, und seine Kennerhaben zu den unvergänglichsten Werken der Inder, zuihren Philosophien, kaum ein andres Verhältniss als einThier zur Lyra: obschon Schopenhauer das Bekannt-werden der indischen Philosophie für einen der grösstenVortheile hielt, welche unser Jahrhundert vor anderenvoraushabe. Das classische Alterthum ist zu einem be-liebigen Alterthum geworden und wirkt nicht mehrclassisch und vorbildlich; wie seine Jünger beweisen,welche doch wahrhaftig keine vorbildlichen Menschensind. Wohin ist der Geist Friedrich August Wolfsverflogen, von dem Franz Passow sagen konnte, er er-scheine als ein ächt patriotischer, ächt humaner Geist,der allenfalls die Kraft hätte, einen Welttheil in Gährungund Flammen zu versetzen — wo ist dieser Geist hin?Dagegen drängt sich immer mehr der Geist der Journa-listen auf der Universität ein, und nicht selten unterdem Namen der Philosophie; ein glatter geschminkter Vor-trag, Faust und Nathan den Weisen auf den Lippen, dieSprache und die Ansichten unserer ekelhaften Litteratur-zeitungen, neuerdings gar noch Geschwätz über unsereheilige deutsche Musik, selbst die Forderung von Lehr-stühlen für Schiller und Goethe — solche Anzeichensprechen dafür, dass der Universitätsgeist anfängt, sichmit dem Zeitgeiste zu verwechseln. Da scheint es mirvom höchsten Werthe, wenn ausserhalb der Universitäten