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verschmäht, bei dem Besiegten etwas Cultur zu lernen!Besonders das Kunsthandwerk wird immer von Neuemauf den Wetteifer mit dem gebildeteren Nachbar hin-gewiesen, die Einrichtung des deutschen Hauses soll derdes französischen angeähnlicht werden, selbst die deutscheSprache soll, vermittelst einer nach französischem Mustergegründeten Akademie, sich „gesunden Geschmack“ an-eignen und den bedenklichen Einfluss abthun, welchenGoethe auf sie ausgeübt habe — wie ganz neuerdingsder Berliner Akademiker Dubois-Reymond urtheilt. UnsreTheater haben schon längst in aller Stille und Ehrbarkeitnach dem gleichen Ziele getrachtet, selbst der elegantedeutsche Gelehrte ist schon erfunden — nun, da ist jazu erwarten, dass Alles, was sich bis jetzt jenem Gesetzeder Eleganz nicht recht fügen wollte, deutsche Musik,Tragödie und Philosophie, nunmehr als undeutsch beiSeite geschafft wird. — Aber wahrhaftig, es wäre auchkein Finger mehr für die deutsche Cultur zu rühren,wenn der Deutsche unter der Cultur, welche ihm nochfehlt und nach der er jetzt zu trachten hätte, nichts ver-stünde als Künste und Artigkeiten, mit denen das Lebenverhübscht wird, eingeschlossen die gesammte Tanzmeister-und Tapezirer-Erfindsamkeit, wenn er sich auch in derSprache nur noch um akademisch gut geheissene Regelnund eine gewisse allgemeine Manierlichkeit bemühenwollte. Höhere Ansprüche scheint aber der letzte Kriegund die persönliche Vergleichung mit den Franzosenkaum hervorgerufen zu haben, vielmehr überkommt michöfter der Verdacht, als ob der Deutsche sich jenen altenVerpflichtungen jetzt gewaltsam entziehen wollte, 'welcheseine wunderbare Begabung, der eigenthümliche Schwer-und Tiefsinn seiner Natur, ihm auflegt. Lieber möchteer einmal gaukeln, Affe sein, lieber lernte er Manieren