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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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der Aussenseite beurtheilt. Mir scheint es bisweilen,dass die modernen Menschen sich grenzenlos an einanderlangweilen und dass sie es endlich nöthig finden, sichmit Hülfe aller Künste interessant zu machen. Da lassensie sich selbst durch ihre Künstler als prickelnde undbeizende Speise auftischen; da übergiessen sie sich mitdem Gewürze des ganzen Orients und Occidents, undgewiss! jetzt riechen sie freilich sehr interessant, nachdem ganzen Orient und Occident. Da richten sie sichein, jeden Geschmack zu befriedigen; und jeder soll be-dient werden, ob ihm nun nach "Wohl- oder "Übel-riechendem, nach Sublimirtem oder Bäurisch-Grobem, nachGriechischem oder Chinesischem, nach Trauerspielen oderdramatisirten Unfläthereien gelüstet. Die berühmtestenKüchenmeister dieser modernen Menschen, die um jedenPreis interessant und interessirt sein wollen, finden sichbekanntlich bei den Franzosen, die schlechtesten bei denDeutschen. Dies ist für die letzteren im Grunde tröstlicherals für die ersteren, und wir wollen es am wenigsten denFranzosen verargen, wenn sie uns gerade ob des Mangelsan Interessantem und Elegantem verspotten und wennsie bei dem Verlangen einzelner Deutschen nach Eleganzund Manieren sich an den Indianer erinnert fühlen, wel-cher sich einen Ring durch die Nase wünscht und dar-nach schreit, tätowirt zu werden.

— Und hier hält mich nichts von einer Abschweifungzurück. Seit dem letzten Kriege mit Frankreich hat sichmanches in Deutschland verändert und verschoben, undes ist ersichtlich, dass man auch einige neue Wünschein Betreff der deutschen Cultur mit heimgebracht hat.Jener Krieg war für viele die erste Reise in die ele-gantere Hälfte der Welt; wie herrlich nimmt sich nundie Unbefangenheit des Siegers aus, wenn er es nicht

Nietzsche, "Werke Band I.

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