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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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dermaassen auszubilden, dass er von dem ihm eigenenGrade von Erkenntniss und Wissen das grösstmöglicheMaass von Glück und Gewinn habe. Der Einzelne müsse,so fordert man hier, durch die Hülfe einer solchen all-gemeinen Bildung sich selber genau taxiren können, umzu wissen, was er vom Leben zu fordern habe; und zu-letzt wird behauptet, dass ein natürlicher und nothwendigerBund von „Intelligenz und Besitz“, von „Reichthum undCultur“ bestehe, noch mehr, dass dieser Bund eine sitt-liche Nothwendigkeit sei. Jede Bildung ist hier verhasst,die einsam macht, die über Geld und Erwerb hinaus Zielesteckt, die viel Zeit verbraucht; man pflegt wohl solcheernstere Arten der Bildung als „feineren Egoismus“, als„unsittlichen Bildungs - Epikureismus“ zu verunglimpfen.Freilich, nach der hier geltenden Sittlichkeit steht geradedas Umgekehrte im Preise, nämlich eine rasche Bildung,um bald ein geldverdienendes Wesen zu werden, unddoch eine so gründliche Bildung, um ein sehr viel Geldverdienendes Wesen werden zu können. Dem Menschenwird nur soviel Cultur gestattet, als im Interesse desallgemeinen Erwerbs und des Weltverkehrs ist, aber so-viel wird auch von ihm gefordert. Kurz: „der Menschhat einen nothwendigen Anspruch auf Erdenglück, darumist die Bildung nothwendig, aber auch nur darum!“

Da ist zweitens die Selbstsucht des Staates,welcher ebenfalls nach möglichster Ausbreitung undVerallgemeinerung der Cultur begehrt und die wirk-samsten Werkzeuge in den Händen hat, um seine Wün-sche zu befriedigen. Vorausgesetzt, dass er sich starkgenug weiss, um nicht nur entfesseln, sondern zur rechtenZeit in’s Joch spannen zu können, vorausgesetzt, dasssein Fundament sicher und breit genug ist, um das ganzeBildungsgewölbe tragen zu können, so kommt die Aus-

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