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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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benutzen, mit welchem er jetzt die Bestrebungen derMenschen ablesen kann. Aber auch hier darf er nichtstehen bleiben, von dieser Stufe muss er hinauf zu dernoch höheren; die Cultur verlangt von ihm nicht nurjenes innerliche Erlebniss, nicht nur die Beurtheilung derihn umströmenden äusseren Welt, sondern zuletzt undhauptsächlich die That, das heisst den Kampf für dieCultur und die Feindseligkeit gegen Einflüsse, Gewohn-heiten, Gesetze, Einrichtungen, in welchen er nicht seinZiel wiedererkennt: die Erzeugung des Genius.

Dem, welcher sich nun auf die zweite Stufe zu stellenvermag, fällt zuerst auf, wie ausserordentlich ge-ring und selten das Wissen um jenes Ziel ist,wie allgemein dagegen das Bemühen um Cultur, und wieunsäglich gross die Masse von Kräften, welche in ihremDienste verbraucht wird. Man fragt sich erstaunt: ist einsolches Wissen vielleicht gar nicht nöthig? Erreicht dieNatur ihr Ziel auch so, wenn die Meisten den Zweck ihrereignen Bemühung falsch bestimmen? Wer sich gewöhnthat, viel von der unbewussten Zweckmässigkeit der Naturzu halten, wird vielleicht keine Mühe haben zu antworten:„Ja, so ist es! Lasst die Menschen über ihr letztes Zieldenken und reden was sie wollen, sie sind doch in ihremdunklen Drange des rechten Wegs sich wohl bewusst.“Man muss, um hier widersprechen zu können, Einigeserlebt haben; wer aber wirklich von jenem Ziele derCultur überzeugt ist, dass sie die Entstehung der wahrenMenschen zu fördern habe, und nichts sonst, und nunvergleicht, wie auch jetzt noch, bei allem Aufwande undPrunk der Cultur, die Entstehung jener Menschen sichnicht viel von einer fortgesetzten Thierquälerei unter-scheidet: der wird es sehr nöthig befinden, dass an Stellejenes „dunklen Drangs“ endlich einmal ein bewusstes