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allgemein das Bedürfniss nach neuen klingenden Wort-Schellen, mit denen behängt das Leben etwas Lärmend-Festliches bekommen soll. Jeder kennt den sonderbarenZustand, wenn sich plötzlich unangenehme Erinnerungenaufdrängen und wir dann durch heftige Gebärden undLaute bemüht sind, sie uns aus dem Sinne zu schlagen:aber die Gebärden und Laute des allgemeinen Lebenslassen errathen, dass wir uns Alle und immerdar in einemsolchen Zustande befinden, in Furcht vor der Erinnerungund Verinnerlichung. Was ist es doch, was uns so häufiganficht, welche Mücke lässt uns nicht schlafen? Es gehtgeisterhaft um uns zu, jeder Augenblick des Lebens willuns etwas sagen, aber wir wollen diese Geisterstimmenicht hören. Wir fürchten uns, wenn wir allein undstille sind, dass uns etwas in das Ohr geraunt werde,und so hassen wir die Stille und betäuben uns durchGeselligkeit.
Dies Alles begreifen wir, wie gesagt, dann und wanneinmal und wundern uns sehr über alle die schwindelndeAngst und Hast und über den ganzen traumartigen Zu-stand unseres Lebens, dem vor dem Erwachen zu grauenscheint und das um so lebhafter und unruhiger träumt,je näher es diesem Erwachen ist. Aber wir fühlen zu-gleich, wie wir zu schwach sind, jene Augenblicke dertiefsten Einkehr lange zu ertragen und wie nicht wir dieMenschen sind, nach denen die gesammte Natur sich zuihrer Erlösung hindrängt: viel schon, dass wir überhaupteinmal ein wenig mit dem Kopfe heraustauchen und esmerken, in welchen Strom wir tief versenkt sind. Undauch dies gelingt uns nicht mit eigner Kraft, dieses Auf-tauchen und Wachwerden für einen verschwindendenAugenblick, wir müssen gehoben werden — und wersind die, welche uns heben?