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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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wärts: da laufen die verfeinerten Raubthiere und wirmitten unter ihnen. Die ungeheure Bewegtheit derMenschen auf der grossen Erdwüste, ihr Städte- undStaatengründen, ihr Kriegeführen, ihr rastloses Sammelnund Auseinander-Streuen, ihr Durcheinander-Rennen, voneinander Ablernen, ihr gegenseitiges Überlisten undNiedertreten, ihr Geschrei in Noth, ihr Lustgeheul imSiege alles ist Fortsetzung der Thierheit: als ob derMensch absichtlich zurückgebildet und um seine metaphy-sische Anlage betrogen werden sollte, ja als ob die Natur,nachdem sie so lange den Menschen ersehnt und erarbeitethat, nun vor ihm zurückbebte und lieber wieder zurückin die Unbewusstheit des Triebes wollte. Ach, sie brauchtErkenntniss, und ihr graut vor der Erkenntniss, die ihreigentlich Noth thut; und so flackert die Flamme unruhigund gleichsam vor sich selbst erschreckt hin und herund ergreift tausend Dinge zuerst, bevor sie das ergreift,dessentwegen die Natur überhaupt der Erkenntniss bedarf.Wir wissen es Alle in einzelnen Augenblicken, wie dieweitläuftigsten Anstalten unseres Lebens nur gemachtwerden, um vor unserer eigentlichen Aufgabe zu fliehen,wie wir gerne irgendwo unser Haupt verstecken möchten,als ob uns dort unser hundertäugiges Gewissen nichterhaschen könnte, wie wir unser Herz an den Staat, denGeldgewinn, die Geselligkeit oder die Wissenschaft hastigwegschenken, bloss um es nicht mehr zu besitzen, wiewir selbst der schweren Tagesarbeit hitziger und be-sinnungsloser fröhnen, als nöthig wäre, um zu leben: weiles uns nöthiger scheint, nicht zur Besinnung zu kommen.Allgemein ist die Hast, weil jeder auf der Flucht vorsich selbst ist; allgemein auch das scheue Verbergen dieserHast, weil man zufrieden scheinen will und die scharf-sichtigeren Zuschauer über sein Elend täuschen möchte;