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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Das sind jene wahrhaften Menschen, jene Nicht-mehr-Thiere, die Philosophen, Künstler undHeiligen; bei ihrem Erscheinen und durch ihr Er-scheinen macht die Natur, die nie springt, ihren einzigenSprung, und zwar einen Freudesprung, denn sie fühlt sichzum ersten Male am Ziele, dort nämlich, wo sie begreift,dass sie verlernen müsse, Ziele zu haben, und dass siedas Spiel des Lebens und Werdens zu hoch gespielthabe. Sie verklärt sich bei dieser Erkenntniss, und einemilde Abendmüdigkeit, das was die Menschendie Schön-heit nennen, ruht auf ihrem Gesichte. Was sie jetzt,mit diesen verklärten Mienen, ausspricht, das ist die grosseAufklärung über das Dasein; und der höchste Wunsch,den Sterbliche wünschen können, ist, andauernd und offnenOhrs an dieser Aufklärung theilzunehmen. Wenn einerdarüber nachdenkt, was zum Beispiel Schopenhauer imVerlaufe seines Lebens alles gehört haben muss, somag er wohl hinterdrein zu sich sagen:ach deine taubenOhren, dein dumpfer Kopf, dein flackernder Verstand,dein verschrumpftes Herz, ach alles was ich mein nenne!wie verachte ich das! Nicht fliegen zu können, sondernnur flattern! Über sich hinauf zu sehen und nicht hinaufzu können! Den Weg zu kennen und fast zu betreten,der zu jenem unermesslichen Freiblick des Philosophenführt, und nach wenigen Schritten zurück zu taumeln!Und wenn es nur Ein Tag wäre, wo jener grösste Wunschsich erfüllte, wie bereitwillig böte man das übrige Lebenzum Entgelt an! So hoch zu steigen, wie je ein Denkerstieg, in die reine Alpen- und Eisluft hinein, dorthin woes kein Vernebeln und Verschleiern mehr giebt, und wodie Grundbeschaffenheit der Dinge sich rauh und starr,aber mit unvermeidlicher Verständlichkeit ausdrückt! Nurdaran denkend wird die Seele einsam und unendlich;