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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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heisst, mit sich im Widerspruche, unsicher hier und dortund deshalb täglich schwächer und unfruchtbarer: währendein Andrer sogar grundsätzlich verzichtet, noch mit zuhandeln, und kaum noch zusieht, wenn andre handeln.Die Gefahren sind immer gross, wenn es dem Menschenzu schwer gemacht wird und wenn er keine Pflichten zuerfüllen vermag; die stärkeren Naturen können dadurchzerstört werden, die schwächeren, zahlreicheren versinkenin eine beschauliche Faulheit und büssen zuletzt, ausFaulheit, sogar die Beschaulichkeit ein.

Nun will ich, auf solche Einwendungen hin, so vielzugeben, dass unsere Arbeit hier gerade noch kaum be-gonnen hat, und dass ich, nach eignen Erfahrungen, nurEins bestimmt schon sehe und weiss: dass es möglich ist,eine Kette von erfüllbaren Pflichten, von jenem idealenBilde aus, dir und mir anzuhängen, und dass einige vonuns schon den Druck dieser Kette fühlen. Um aber dieFormel, unter der ich jenen neuen Kreis von Pflichtenzusammenfassen möchte, ohne Bedenken aussprechen zukönnen, bedarf ich folgender Vorbetrachtungen.

Die tieferen Menschen haben zu allen Zeiten geradedeshalb Mitleiden mit den Thieren gehabt, weil sie amLeben leiden und doch nicht die Kraft besitzen, denStachel des Leidens wider sich selbst zu kehren und ihrDasein metaphysisch zu verstehen; ja es empört im tief-sten Grunde, das sinnlose Leiden zu sehen. Deshalbentstand nicht nur an einer Stelle der Erde die Ver-muthung, dass die Seele schuldbeladner Menschen indiese Thierleiber gesteckt seien, und dass jenes auf dennächsten Blick empörende sinnlose Leiden vor der ewigenGerechtigkeit sich in lauter Sinn und Bedeutung, näm-lich als Strafe und Busse, auflöse. Wahrhaftig, es ist eineschwere Strafe, dergestalt als Thier unter Hunger und