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sonst meinen, es sei nichts als die beglückende, ja be-rauschende Anschauung, welche uns einzelne Augenblickegewähren, um uns gleich darauf um so mehr im Stichzu lassen und einer um so tieferen Verdrossenheit zuüberantworten. Es ist auch gewiss, dass wir so unsernVerkehr mit diesem Ideale beginnen, mit diesen plötz-lichen Abständen von Licht und Dunkel, Berauschungund Ekel, und dass hier eine Erfahrung sich wiederholt,welche so alt ist, als es Ideale giebt. Aber wir sollennicht lange in der Thür stehen bleiben und bald überden Anfang hinauskommen. Und so muss ernst undbestimmt gefragt werden: ist es möglich, jenes unglaub-lich hohe Ziel so in die Nähe zu rücken, dass es uns er-zieht, während es uns aufwärts zieht? — damit nicht anuns das grosse Wort Goethe’s in Erfüllung gehe: „derMensch ist zu einer beschränkten Lage geboren; einfache,nahe, bestimmte Ziele vermag er einzusehen, und er ge-wöhnt sich, die Mittel zu benutzen, die ihm gleich zurHand sind; sobald er aber in’s Weite kommt, weiss erweder, was er will, noch was er soll, und es ist ganzeinerlei, ob er durch die Menge der Gegenstände zerstreutoder ob er durch die Höhe und Würde derselben aussersich gesetzt werde. Es ist immer sein Unglück, wenner veranlasst wird, nach etwas zu streben, mit dem ersich durch eine regelmässige Selbstthätigkeit nicht ver-binden kann“. Gerade gegen jenen SchopenhauerischenMenschen lässt sich dies mit einem guten Scheine vonRecht einwenden: seine Würde und Höhe vermag unsnur ausser uns zu setzen und setzt uns dadurch wiederaus allen Gemeinschaften der Thätigen heraus; Zusammen-hang der Pflichten, Fluss des Lebens ist dahin. Vielleichtgewöhnt sich der Eine daran, missmuthig endlich zuscheiden und nach zweifacher Richtschnur zu leben, das
Nietzsche, Werke Band I.
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