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selbst bedacht. Sie alle würden die Frage: wozu lebstdu? schnell und mit Stolz beantworten — „um ein guterBürger, oder Gelehrter, oder Staatsmann zu werden“ —und doch sind sie etwas, was nie etwas Anderes werdenkann, und warum sind sie dies gerade? Ach, und nichtsBesseres? Wer sein Leben nur als einen Punkt verstehtin der Entwicklung eines Geschlechtes oder eines Staatesoder einer Wissenschaft und also ganz und gar in dieGeschichte des Werdens, in die Historie hinein gehörenwill, hat die Lection, welche ihm das Dasein aufgiebt,nicht verstanden und muss sie ein andermal lernen. Diesesewige Werden ist ein lügnerisches Puppenspiel, überwelchem der Mensch sich selbst vergisst, die eigentlicheZerstreuung, die das Individuum nach allen Winden aus-einanderstreut, das endlose Spiel der Albernheit, welchesdas grosse Kind Zeit vor uns und mit uns spielt. JenerHeroismus der Wahrhaftigkeit besteht darin, eines Tagesaufzuhören, sein Spielzeug zu sein. Im Werden ist Alleshohl, betrügerisch, flach und unserer Verachtung würdig;das Räthsel, welches der Mensch lösen soll, kann er nuraus dem Sein lösen, im So- und nicht Anderssein, im Un-vergänglichen. Jetzt fängt er an, zu prüfen, wie tief ermit dem Werden, wie tief mit dem Sein verwachsen ist— eine ungeheure Aufgabe steigt vor seiner Seele auf:alles Werdende zu zerstören, alles Falsche an den Dingenan’s Licht zu bringen. Auch er will alles erkennen, aberer will es anders als der Goethe’sche Mensch, nicht eineredlen Weichlichkeit zuwillen, um sich zu bewahren und ander Vielheit der Dinge zu ergötzen; sondern er selbst istsich das erste Opfer, das er bringt. Der heroische Menschverachtet sein Wohl- oder Schlecht-Ergehen, seine Tu-genden und Laster und überhaupt das Messen der Dingean seinem Maasse, er hofft von sich nichts mehr und