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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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das Geschenk nicht bekommen habe oder den Zwangnicht fühle, dasselbe Recht habe, klein zu sein wie jenergross. Aber beschenkt oder bezwungen werden dassind verächtliche Worte, mit denen man einer innerenMahnung entfliehen will, Schmähungen für jeden, welcherauf diese Mahnung gehört hat, also für den grossenMenschen; gerade er lässt sich von allen am wenigstenbeschenken oder zwingen er weiss so gut als jederkleine Mensch, wie man das Leben leicht nehmen kannund wie weich das Bett ist, in welches er sich streckenkönnte, wenn er mit sich und seinen Mitmenschen artigund gewöhnlich umgienge: sind doch alle Ordnungen desMenschen darauf eingerichtet, dass das Leben in einerfortgesetzten Zerstreuung der Gedanken nicht gespürtwerde. Warum will er so stark das Gegentheil, nämlichgerade das Leben spüren, das heisst am Leben leiden?Weil er merkt, dass man ihn um sich selbst betrügenwill, und dass eine Art von Übereinkunft besteht, ihnaus seiner eignen Höhle wegzustehlen. Da sträubt ersich, spitzt die Ohren und beschliesst:ich will meinbleiben! Es ist ein schrecklicher Beschluss; erst allmäh-lich begreift er dies. Denn nun muss er in die Tiefe desDaseins hinabtauchen, mit einer Reihe von ungewöhnlichenFragen auf der Lippe: warum lebe ich? welche Lectionsoll ich vom Leben lernen? wie bin ich so geworden,wie ich bin, und weshalb leide ich denn an diesem So-sein?Er quält sich: und sieht, wie sich Niemand so quält, wievielmehr die Hände seiner Mitmenschen nach den phan-tastischen Vorgängen leidenschaftlich ausgestreckt sind,welche das politische Theater zeigt, oder wie sie selbst inhundert Masken, als Jünglinge, Männer, Greise, Väter,Bürger, Priester, Beamte, Kaufleute einherstolziren, emsigauf ihre gemeinsame Komödie und gar nicht auf sich