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Es ist kein Zweifel, dass beim Herannaben solcherPerioden das Menschliche fast noch mehr in Gefahr istals während des Einsturzes und des chaotischen Wirbelsselbst, und dass die angstvolle Erwartung und die gierigeAusbeutung der Minute alle Feigheiten und selbstsüchtigenTriebe der Seele hervorlockt: während die wirkliche Noth,und besonders die Allgemeinheit einer grossen Noth dieMenschen zu bessern und zu erwärmen pflegt. Wer wirdnun, bei solchen Gefahren unserer Periode, der Mensch-lichkeit, dem unantastbaren heiligen Tempelschatze,welchen die verschiedensten Geschlechter allmählich an-gesammelt haben, seine Wächter- und Ritterdienste wid-men? Wer wird das Bild des Menschen aufrichten,während Alle nur den selbstsüchtigen Wurm und diehündische Angst in sich fühlen und dergestalt von jenemBilde abgefallen sind, hinab in’s Thierische oder gar indas starr Mechanische?
Es giebt drei Bilder des Menschen, welche unsreneuere Zeit hinter einander aufgestellt hat und aus derenAnblick die Sterblichen wohl noch für lange den Antriebzu einer Verklärung ihres eignen Lebens nehmen werden:das ist der Mensch Rousseau’s, der Mensch Goethe’s undendlich der Mensch Schopenhauer’s. Von diesen hat daserste Bild das grösste Feuer und ist der populärsten Wir-kung gewiss; das zweite ist nur für wenige gemacht,nämlich für die, welche beschauliche Naturen im grossenStile sind, und wird von der Menge missverstanden. Dasdritte fordert die thätigsten Menschen als seine Betrachter:nur diese werden es ohne Schaden ansehen; denn dieBeschaulichen erschlafft es und die Menge schreckt es ab.Von dem ersten ist eine Kraft ausgegangen, welche zuungestümen Revolutionen drängte und noch drängt; dennbei allen socialistischen Erzitterungen und Erdbeben ist