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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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gefährlich und in Dürftigkeit. Kurz ist jede Freude undbleich jeder Sonnenglanz, der an den weissen Bergen zuuns herabschleicht. Da ertönt Musik, ein alter Manndreht einen Leierkasten, die Tänzer drehen sich eserschüttert den Wanderer, dies zu sehen: so wild, so ver-schlossen, so farblos, so hoffnungslos ist Alles, und jetztdarin ein Ton der Freude, der gedankenlosen lautenFreude! Aber schon schleichen die Nebel des frühenAbends, der Ton verklingt, der Schritt des Wanderersknirscht; soweit er noch sehen kann, sieht er nichts alsdas öde und grausame Antlitz der Natur.

Wenn es aber einseitig sein sollte, nur die Schwächeder Linien und die Stumpfheit der Farben am Bilde desmodernen Lebens hervorzuheben, so ist jedenfalls diezweite Seite um nichts erfreulicher, sondern nur um sobeunruhigender. Es sind gewiss Kräfte da, ungeheureKräfte, aber wilde, ursprüngliche und ganz und gar un-barmherzige. Man sieht mit banger Erwartung auf siehin wie in den Braukessel einer Hexenküche: es kannjeden Augenblick zucken und blitzen, schreckliche Er-scheinungen anzukündigen. Seit einem Jahrhundert sindwir auf lauter fundamentale Erschütterungen vorbereitet;und wenn neuerdings versucht wird, diesem tiefstenmodernen Hange, einzustürzen oder zu explodiren, dieconstitutive Kraft des sogenannten nationalen Staates ent-gegenzustellen, so ist doch für lange Zeiten hinaus aucher nur eine Vermehrung der allgemeinen Unsicherheit undBedrohlichkeit. Dass die Einzelnen sich so gebärden, alsob sie von allen diesen Besorgnissen nichts wüssten, machtuns nicht irre: ihre Unruhe zeigt es, wie gut sie davonwissen; sie denken mit einer Hast und Ausschliesslichkeitan sich, wie noch nie Menschen an sich gedacht haben,sie bauen und pflanzen für ihren Tag, und die Jagd nach

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