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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Zeit an? Sehr anders freilich als jene in ihrem Staatvergnügten Philosophieprofessoren. Fast ist es ihm, alsob er die Symptome einer völligen Ausrottung und Ent-wurzelung der Cultur wahrnähme, wenn er an die allge-meine Hast und zunehmende Fallgeschwindigkeit, an dasAufhören aller Beschaulichkeit und Simplicität denkt. DieGewässer der Religion fluthen ab und lassen Sümpfe oderWeiher zurück; die Nationen trennen sich wieder auf dasfeindseligste und begehren sich zu zerfleischen. DieWissenschaften, ohne jedes Maass und im blindestenlaisser faire betrieben, zersplittern und lösen alles Fest-geglaubte auf; die gebildeten Stände und Staaten werdenvon einer grossartig verächtlichen Geldwirthschaft fort-gerissen. Niemals war die Welt mehr Welt, nie ärmer anLiebe und Güte. Die gelehrten Stände sind nicht mehrLeuchtthürme oder Asyle inmitten aller dieser Unruheder Verweltlichung; sie selbst werden täglich unruhiger,gedanken- und liebeloser. Alles dient der kommendenBarbarei, die jetzige Kunst und Wissenschaft mit einbe-griffen. Der Gebildete ist zum grössten Feinde derBildung abgeartet, denn er will die allgemeine Krankheitweglügen und ist den Ärzten hinderlich. Sie werdenerbittert, diese abkräftigen armen Schelme, wenn man vonihrer Schwäche spricht und ihrem schädlichen Lügengeistewiderstrebt. Sie möchten gar zu gerne glauben machen,dass sie allen Jahrhunderten den Preis abgelaufen hätten,und sie bewegen sich mit künstlicher Lustigkeit. IhreArt, Glück zu heucheln, hat mitunter etwas Ergreifendes,weil ihr Glück so ganz unbegreiflich ist. Man möchte sienicht einmal fragen, wie Tannhäuser den Biterolf fragt:was hast du Ärmster denn genossen? Denn ach, wirwissen es ja selber besser und anders. Es liegt einWintertag auf uns, und am hohen Gebirge wohnen wir,