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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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treten, wie sie zum Beispiel Heinrich von Kleist als Wir-kung der Kantischen Philosophie erlebte.Vor Kurzem,schreibt er einmal in seiner ergreifenden Art,wurde ichmit der Kantischon Philosophie bekannt und dir mussich jetzt daraus einen Gedanken mittheilen, indem ichnicht fürchten darf, dass er dich so tief, so schmerzhafterschüttern wird als mich. Wir können nicht ent-scheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaftWahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint. Ists dasLetztere, so ist die Wahrheit, die wir hier sammeln, nachdem Tode nichts mehr, und alles Bestreben, ein Eigen-thum zu erwerben, das uns auch noch in das Grab folgt,ist vergeblich. Wenn die Spitze dieses Gedankens deinHerz nicht trifft, so lächle nicht über einen andern, dersich tief in seinem heiligsten Innern davon verwundetfühlt. Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken undich habe keines mehr. Ja, wann werden wieder dieMenschen dergestalt Kleistisch-natürlich empfinden, wannlernen sie den Sinn einer Philosophie erst wieder anihremheiligsten Innern messen? Und doch ist dieserst nöthig, um abzuschätzen, was uns, nach Kant, geradeSchopenhauer sein kann der Führer nämlich, welcheraus der Höhle des skeptischen Unmuths oder der kriti-sirenden Entsagung hinauf zur Höhe der tragischen Be-1trachtung leitet, den nächtlichen Himmel mit seinen'Sternen endlos über uns, und der sich selbst, als der erste,diesen Weg geführt hat. Das ist seine Grösse, dass er-dem Bilde des Lebens als einem Ganzen sich gegenüber-stellte, um es als Ganzes zu deuten; während die scharf-sinnigsten Köpfe nicht von dem Irrthum zu befreien sind,dass man dieser Deutung näher komme, wenn man dieFarben, womit, den Stoff, worauf dieses Bild gemalt ist,peinlich untersuche; vielleicht mit dem Ergebniss, es sei

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