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wachsende Gefahr; Heinrich von Kleist gieng an dieserUngeliebtheit zu Grunde, und es ist das schrecklichsteGegenmittel gegen ungewöhnliche Menschen, sie derge-stalt tief'in sich hinein zu treiben, dass ihr Wiederheraus-kommen jedesmal ein vulkanischer Ausbruch wird. Dochgiebt es immer wieder einen Halbgott, der es erträgt,unter so schrecklichen Bedingungen zu leben, siegreichzu leben; und wenn ihr seine einsamen Gesänge hörenwollt, so hört Beethoven’s Musik.
Das war die erste Gefahr, in deren Schatten Schopen-1hauer heran wuchs: Vereinsamung. Die zweite heisst:/Verzweiflung an der Wahrheit. Diese Gefahr begleitetjeden Denker, welcher von der Kantischen Philosophieaus seinen Weg nimmt, vorausgesetzt dass er ein kräftigerund ganzer Mensch in Leiden und Begehren sei undnicht nur eine klappernde Denk- und Rechenmaschine.Nun wissen wir aber alle recht wohl, was es gerade mitdieser Voraussetzung für eine beschämende Bewandtnisshat; ja es scheint mir, als ob überhaupt nur bei denwenigsten Menschen Kant lebendig eingegriffen und Blutund Säfte umgestaltet habe. Zwar soll, wie man überalllesen kann, seit der That dieses stillen Gelehrten auf allengeistigen Gebieten eine Revolution ausgebrochen sein;aber ich kann es nicht glauben. Denn ich sehe es denMenschen nicht deutlich an, als welche vor Allem selbstrevolutionirt sein müssten, bevor irgend welche ganzeGebiete es sein könnten. Sobald aber Kant anfangensollte, eine populäre Wirkung auszuüben, so werden wirdiese in der Form eines zernagenden und zerbröckelndenSkepticismus und Relativismus gewahr werden; und nurbei den thätigsten und edelsten Geistern, die es niemalsim Zweifel ausgehalten haben, würde an seiner Stelle jeneErschütterung und Verzweiflung an aller Wahrheit ein-