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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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Dort verbergen sich die Einsamen: aber dort auch lauertdie grösste Gefahr der Einsamen. Diese Menschen, dieihre Freiheit in das Innerliche geflüchtet haben, müssenauch äusserlich leben, sichtbar werden, sich sehen lassen;sie stehen in zahllosen menschlichen Verbindungen durchGeburt, Aufenthalt, Erziehung, Vaterland, Zufall, Zudring-lichkeit Anderer; ebenfalls zahllose Meinungen werdenbei ihnen vorausgesetzt, einfach weil sie die herrschendensind; jede Miene, die nicht verneint, gilt als Zustimmung;jede Handbewegung, die nicht zertrümmert, wird alsBilligung gedeutet. Sie wissen, diese Einsamen und Freienim Geiste, dass sie fortwährend irgend worin andersscheinen als sie denken: während sie nichts als Wahrheitund Ehrlichkeit wollen, ist rings um sie ein Netz vonMissverständnissen; und ihr heftiges Begehren kann esnicht verhindern, dass doch auf ihrem Thun ein Dunstvon falschen Meinungen, von Anpassung, von halben Zu-geständnissen, von schonendem Verschweigen, von irrthüm-licher Ausdeutung liegen bleibt. Das sammelt eine Wolkevon Melancholie auf ihrer Stirne: denn dass das ScheinenNothwendigkeit ist, hassen solche Naturen mehr als denTod; und eine solche andauernde Erbitterung darübermacht sie vulkanisch und bedrohlich. Von Zeit zu Zeiträchen sie sich für ihr gewaltsames Sich-Verbergen, fürihre erzwungene Zurückhaltung. Sie kommen aus ihrerHöhle heraus mit schrecklichen Mienen; ihre Worte undThaten sind dann Explosionen, und es ist möglich, dasssie an sich selbst zu Grunde gehen. So gefährlich lebteSchopenhauer. Gerade solche Einsame bedürfen Liebe,brauchen Genossen, vor denen sie wie vor sich selbstoffen und einfach sein dürfen, in deren Gegenwart derKrampf des Verschweigens und der Verstellung auf hört.Nehmt diese Genossen hinweg und ihr erzeugt eine