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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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viel bereits erreicht worden, dass der grösste Theil derersten Auflage seines Hauptwerks zu Makulatur einge-stampft werden musste. Die drohende Gefahr, dass seinegrosse That einfach durch Nichtbeachtung wieder ungethanwerde, brachte ihn in eine schreckliche und schwer zubändigende Unruhe; kein einziger bedeutsamer Anhängerzeigte sich. Es macht uns traurig, ihn auf der Jagd nachirgend welchen Spuren seines Bekanntwerdens zu sehen;und sein endlicher lauter und überlauter Triumph darüber,dass er jetzt wirklich gelesen werde (legor et legar) hatetwas Schmerzlich-Ergreifendes. Gerade alle jene Züge,in denen er die Würde des Philosophen nicht merkenlässt, zeigen den leidenden Menschen, welchen um seineedelsten Güter bangt; so quälte ihn die Sorge, sein kleinesVermögen zu verlieren und vielleicht seine reine undwahrhaft antike Stellung zur Philosophie nicht mehr fest-halten zu können; so griff er in seinem Verlangen nachganz vertrauenden und mitleidenden Menschen oftmalsfehl, um immer wieder mit einem schwermüthigen Blickezu seinem treuen Hunde zurückzukehren. Er war ganz undgar Einsiedler; kein einziger wirklich gleichgestimmterFreund tröstete ihn und zwischen einem und keinemliegt hier, wie immer zwischen ichts und nichts, eine Un-endlichkeit. Niemand, der wahre Freunde hat, weiss, waswahre Einsamkeit ist, und ob er auch die ganze Welt umsich zu seinen Widersachern hätte. Ach ich merkewohl, ihr wisst nicht, was Vereinsamung ist. Wo esmächtige Gesellschaften, Regierungen, Religionen, öffent-liche Meinungen gegeben hat, kurz wo je eine Tyranneiwar, da hat sie den einsamen Philosophen gehasst; denndie Philosophie eröffnet dem Menschen ein Asyl, wohinkeine Tyrannei dringen kann, die Höhle des Innerlichen,das Labyrinth der Brust: und das ärgert die Tyrannen.