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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Clima der sogenannten deutschen Bildung nicht aus; undnur Naturen von Erz, wie Beethoven, Goethe, Schopen-hauer und Wagner, vermögen Stand zu halten. Aberauch bei ihnen zeigt sich die Wirkung des ermüdendstenKampfes und Krampfes an vielen Zügen und Runzeln:ihr Athem geht schwerer und ihr Ton ist leicht allzugewaltsam. Jener geübte Diplomat, der Goethe nur über-hin angesehn und gesprochen hatte, sagte zu seinenFreunden: Voiläun komme, quia eudegrands chagrins!was Goethe so verdeutscht hat:das ist auch einer, dersichs hat sauer werden lassen!Wenn sich nun in unsernGesichtszügen, fügt er hinzu,die Spur überstandenenLeidens, durchgeführter Thätigkeit nicht auslöschen lässt,so ist es kein Wunder, wenn alles, was von uns undunserem Bestreben übrig bleibt, dieselbe Spur trägt. Unddas ist Goethe, auf den unsre Bildungsphilister als aufden glücklichsten Deutschen hinzeigen, um daraus denSatz zu beweisen, dass es doch möglich sein müsse, unterihnen glücklich zu werden, mit dem Hintergedanken,dass es keinem zu verzeihen sei, wenn er sich unter ihnenunglücklich und einsam fühle. Daher haben sie sogarmit grosser Grausamkeit den Lehrsatz aufgestellt undpraktisch erläutert, dass in jeder Vereinsamung immereine geheime Schuld liege. Nun hatte der arme Schopen-hauer auch so eine geheime Schuld auf dem Herzen,nämlich seine Philosophie mehr zu schätzen als seine Zeit-genossen; und dazu war er so unglücklich, gerade durchGoethe zu wissen, dass er seine Philosophie, um ihreExistenz zu retten, um jeden Preis gegen die Nicht-beachtung seiner Zeitgenossen vertheidigen müsse; dennes giebt eine Art Inquisitionscensur, in der es die Deutschennach Goethes Urtheil weit gebracht haben; es heisst: un-verbrüchliches Schweigen. Und dadurch war wenigstens so