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gefühl des Sprechenden umfängt uns beim ersten Toneseiner Stimme; es geht uns ähnlich wie beim Eintritt inden Hochwald, wir athmen tief und fühlen uns auf ein-mal wiederum wohl. Hier ist eine immer gleichartigestärkende Luft, so fühlen wir; hier ist eine gewisse un-nachahmliche Unbefangenheit und Natürlichkeit, wie sieMenschen haben, die in sich zu Hause und zwar in einemsehr reichen Hause Herren sind: im Gegensätze zu denSchriftstellern, welche sich selbst am meisten wundern,wenn sie einmal geistreich waren, und deren Vortragdadurch etwas Unruhiges und Naturwidriges bekommt.Ebensowenig werden wir, wenn Schopenhauer spricht, anden Gelehrten erinnert, der von Natur steife und ungeübteGliedmaassen hat und engbrüstig ist und deshalb eckig,verlegen oder gespreizt daher kommt; während auf deranderen Seite Schopenhauer’s rauhe und ein wenig bären-mässige Seele die Geschmeidigkeit und höfische Anmuthder guten französischen Schriftsteller nicht sowohl ver-missen als verschmähen lehrt und Niemand an ihm dasnachgemachte, gleichsam übersilberte Scheinfranzosenthum,auf das sich deutsche Schriftsteller so viel zu Gute thun,entdecken wird. Schopenhauer’s Ausdruck erinnert michhier und da ein wenig an Goethe, sonst aber überhauptnicht an deutsche Muster. Denn er versteht es, das Tief-sinnige einfach, das Ergreifende ohne Rhetorik, das Streng-Wissenschaftliche ohne Pedanterie zu sagen: und von wel-chem Deutschen hätte er dies lernen können? Auch hälter sich von der spitzfindigen, übermässig beweglichenund — mit Erlaubniss gesagt — ziemlich undeutschenManier Lessing’s frei: was ein grosses Verdienst ist,da Lessing in Bezug auf prosaische Darstellung unterDeutschen der verführerischste Autor ist. Und um gleichdas Höchste zu sagen, was ich von seiner Darstellungs-