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Hohen, nämlich zu jener antiken Tugend, nicht mehr zu-rück, so sehr man es auch wollte. In diesem Hin undHer zwischen Christlich und Antik, zwischen verschüch-terter oder lügnerischer Christlichkeit der Sitte und eben-falls muthlosem und befangenem Antikisiren lebt dermoderne Mensch und befindet sich schlecht dabei; dievererbte Furcht vor dem Natürlichen und wieder der er-neute Anreiz dieses Natürlichen, die Begierde irgend woeinen Halt zu haben, die Ohnmacht seines Erkennens,das zwischen dem Guten und dem Besseren hin und hertaumelt, alles dies erzeugt eine Friedlosigkeit, eine Ver-worrenheit in der modernen Seele, welche sie verurtheilt,unfruchtbar und freudelos zu sein. Niemals brauchte manmehr sittliche Erzieher und niemals war es unwahrschein-licher, sie zu finden; in den Zeiten, wo die Arzte amnöthigsten sind, bei grossen Seuchen, sind sie zugleicham meisten gefährdet. Denn wo sind die Ärzte dermodernen Menschheit, die selber so fest und gesund aufihren Füssen stehen, dass sie einen Andern noch haltenund an der Hand führen könnten? Es liegt eine gewisseVerdüsterung und Dumpfheit auf den besten Persönlich-keiten unsrer Zeit, ein ewiger Verdruss über den Kampfzwischen Verstellung und Ehrlichkeit, der in ihrem- Busengekämpft wird, eine Unruhe im Vertrauen auf sich selbst,— wodurch sie ganz unfähig werden, Wegweiser zugleichund Zuchtmeister für Andre zu sein.
Es heisst also wirklich in seinen Wünschen aus-schweifen , wenn ich mir vorstellte, ich möchte einenwahren Philosophen als Erzieher finden, welcher einenüber das Ungenügen, soweit es in der Zeit liegt, hinaus-heben könnte und wieder lehrte, einfach und ehrlich, imDenken und Leben, also unzeitgemäss zu sein, das Wortim tiefsten Verstände genommen; denn die Menschen