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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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nicht Gegensätze? Vielleicht sagt die eine nur, der Menschsoll ein Centrum, die andre, er soll auch eine Peripheriehaben? Jener erziehende Philosoph, den ich mir träumte,würde wohl nicht nur die Centralkraft entdecken, sondernauch zu verhüten wissen, dass sie gegen die andern Kräftezerstörend wirke: vielmehr wäre die Aufgabe seiner Er-ziehung, wie mich dünkte, den ganzen Menschen zu einemlebendig bewegten Sonnen- und Planetensysteme umzubil-den und das Gesetz seiner höheren Mechanik zu erkennen.

Inzwischen fehlte mir dieser Philosoph und ich ver-suchte dieses und jenes; ich fand, wie elend wir modernenMenschen uns gegen Griechen und Römer ausnehmen,selbst nur in Hinsicht auf das Ernst- und Streng-Ver-stehen der Erziehungsaufgaben. Man kann mit einemsolchen Bedürfniss im Herzen durch ganz Deutschlandlaufen, zumal durch alle Universitäten, und wird nichtfinden, was man sucht; bleiben doch viel niedrigere undeinfachere Wünsche hier unerfüllt. Wer zum Beispielunter den Deutschen sich ernstlich zum Redner ausbildenwollte, oder wer in eine Schule des Schriftstellers zu gehnbeabsichtigte, er fände nirgends Meister und Schule; manscheint hier noch nicht daran gedacht zu haben, dassReden und Schreiben Künste sind, die nicht ohne diesorgsamste Anleitung und die mühevollsten Lehrjahreerworben werden können. Nichts aber zeigt das an-maassliche Wohlgefühl der Zeitgenossen über sich selbstdeutlicher und beschämender, als die halb knauserige, halbgedankenlose Dürftigkeit ihrer Ansprüche an Erzieherund Lehrer. Was genügt da nicht alles, selbst bei unsernvornehmsten und best unterrichteten Leuten, unter demNamen der Hauslehrer; welches Sammelsurium vonverschrobenen Köpfen und veralteten Einrichtungen wirdhäufig als Gymnasium bezeichnet und gut befunden; was