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selbst. Dann fragte ich mich wohl: welches wären wohldie Grundsätze, nach denen er dich erzöge? und ich über-legte mir, was er zu den beiden Maximen der Erziehungsagen würde, welche in unserer Zeit im Schwange gehen.Die eine fordert, der Erzieher solle die eigenthümlicheStärke seiner Zöglinge bald erkennen und dann alleKräfte und Säfte und allen Sonnenschein gerade dorthinleiten, um jener einen Tugend zu einer rechten Reifeund Fruchtbarkeit zu verhelfen. Die andre Maxime willhingegen, dass der Erzieher alle vorhandenen Kräfteheranziehe, pflege und unter einander in ein harmonischesVerhältniss bringe. Aber sollte man den, welcher eineentschiedene Neigung zur Goldschmiedekunst hat, deshalbgewaltsam zur Musik nöthigen? Soll man BenvenutoCellini’s Vater Recht geben, der seinen Sohn immerwieder zum „lieblichen Hörnchen“, also zu dem zwang,was der Sohn „das verfluchte Pfeifen“ nannte? Man wirddies bei so starken und bestimmt sich aussprechendenBegabungen nicht recht nennen; und so wäre vielleichtgar jene Maxime der harmonischen Ausbildung nur beiden schwächeren Naturen anzuwenden, in denen zwar einganzes Nest von Bedürfnissen und Neigungen sitzt, wel-che aber, insgesammt und einzeln genommen, nicht vielbedeuten wollen? Aber wo finden wir überhaupt dieharmonische Ganzheit und den vielstimmigen Zusammen-klang in Einer Natur, wo bewundern wir Harmonie mehr,als gerade an solchen Menschen, wie Cellini einer war,in denen alles, Erkennen, Begehren, Lieben, Hassen nacheinem Mittelpunkte, einer Wurzelkraft hinstrebt, und wogerade durch die zwingende und herrschende Über-gewalt dieses lebendigen Centrums ein harmonischesSystem von Bewegungen hin und her, auf und nieder ge-bildet wird? Und so sind vielleicht beide Maximen gar