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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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sie, Wegräumung alles Unkrauts, Schuttwerks, Gewürms,das die zarten Keime der Pflanzen antasten will, Aus-strömung von Licht und Wärme, liebevolles Nieder-rauschen nächtlichen Regens, sie ist Nachahmung undAnbetung der Natur, wo diese mütterlich und barmherziggesinnt ist, sie ist Vollendung der Natur, wenn sie ihrengrausamen und unbarmherzigen Anfällen vorbeugt undsie zum Guten wendet, wenn sie über die Äusserungenihrer stiefmütterlichen Gesinnung und ihres traurigen Un-verstandes einen Schleier deckt.

Gewiss, es giebt wohl andre Mittel, sich zu finden,aus der Betäubung, in welcher man gewöhnlich wie ineiner trüben Wolke webt, zu sich zu kommen, aber ichweiss kein besseres, als sich auf seine Erzieher und Bild-ner zu besinnen. Und so will ich denn heute des einenLehrers und Zuchtmeisters, dessen ich mich zu rühmenhabe, eingedenk sein, Arthur Schopenhauers umspäter anderer zu gedenken.

2.

Will ich beschreiben, welches Ereigniss für michjener erste Blick wurde, den ich in Schopenhauers Schrif-ten warf, so darf ich ein wenig bei einer Vorstellungverweilen, welche in meiner Jugend so häufig und sodringend war wie kaum eine andre. Wenn ich früherrecht nach Herzenslust in Wünschen ausschweifte, dachteich mir, dass mir die schreckliche Bemühung und Ver-pflichtung, mich selbst zu erziehen, durch das Schicksalabgenommen würde: dadurch dass ich zur rechten Zeiteinen Philosophen zum Erzieher fände, einen wahrenPhilosophen, dem man ohne weiteres Besinnen gehorchenkönnte, weil man ihm mehr vertrauen würde als sich