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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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nicht zulassen, dass unsre Existenz einer gedankenlosenZufälligkeit gleiche. Man muss es mit ihr etwas kecklichund gefährlich nehmen: zumal man sie im schlimmstenwie im besten Falle immer verlieren wird. Warum andieser Scholle, diesem Gewerbe hängen, warum hin-horchen nach dem, was der Nachbar sagt? Es ist sokleinstädtisch, sich zu Ansichten verpflichten, welche einpaar hundert Meilen weiter schon nicht mehr verpflichten.Orient und Occident sind Kreidestriche, die uns jemandvor unsre Augen hinmalt, um unsre Furchtsamkeit zunarren. Ich will den Versuch machen, zur Freiheit zukommen, sagt sich die junge Seele; und da sollte es siehindern, dass zufällig zwei Nationen sich hassen und be-kriegen, oder dass ein Meer zwischen zwei Erdtheilen liegt,oder dass rings um sie eine Religion gelehrt wird, welchedoch vor ein paar tausend Jahren noch nicht bestand.Das bist du alles nicht selbst, sagt sie sich. Niemandkann dir die Brücke bauen, auf der gerade du über denFluss des Lebens schreiten musst, niemand ausser dirallein. Zwar giebt es zahllose Pfade und Brücken undHalbgötter, die dich durch den Fluss tragen wollen; abernur um den Preis deiner selbst; du würdest dich ver-pfänden und verlieren. Es giebt in der Welt einen ein-zigen Weg, auf welchem niemand gehen kann, ausserdir: wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn. Wer wares, der den Satz aussprach:ein Mann erhebt sich nie-mals höher, als wenn er nicht weiss, wohin sein Weg ihnnoch führen kann?

Aber wie finden wir uns selbst wieder? Wie kannsich der Mensch kennen? Er ist eine dunkle und ver-hüllte Sache; und wenn der Hase sieben Häute hat, sokann der Mensch sich sieben mal siebzig abziehn undwird noch nicht sagen können:das bist du nun wirk-