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tigen Nahrung zu bedienen. Das Übel ist furchtbar, undtrotzdem! wenn nicht die Jugend die hellseherische Gabeder Natur hätte, so würde Niemand wissen, dass es einÜbel ist und dass ein Paradies der Gesundheit verlorengegangen ist. Dieselbe Jugend erräth aber auch mitdem heilkräftigen Instincte derselben Natur, wie diesesParadies wieder zu gewinnen ist; sie kennt die Wund-säfte und Arzneien gegen die historische Krankheit, gegendas Übermaass des Historischen: wie heissen sie doch?
Nun man wundere sich nicht, es sind die Namen vonGiften: die Gegenmittel gegen das Historische heissen —das Unhistorische und das Überhistorische.Mit diesen Namen kehren wir zu den Anfängen unsererBetrachtung und zu ihrer Ruhe zurück.
Mit dem Worte „das Unhistorische“ bezeichne ichdie Kunst und Kraft vergessen zu können und sichin einen begrenzten Horizont einzuschliessen; „über-historisch“ nenne ich die Mächte, die den Blick von demWerden ablenken, hin zu dem, was dem Dasein denCharakter des Ewigen und Gleichbedeutenden giebt, zuKunst und Religion. Die Wissenschaft — dennsie ist es, die von Giften reden würde — sieht in jenerKraft, in diesen Mächten gegnerische Mächte und Kräfte;denn sie hält nur die Betrachtung der Dinge für diewahre und richtige, also für die wissenschaftliche Be-trachtung, welche überall ein Gewordnes, ein Historischesund nirgends ein Seiendes, Ewiges sieht; sie lebt in eineminnerlichen Widerspruche ebenso gegen die äternisiren-den Mächte der Kunst und Religion, als sie das Ver-gessen, den Tod des Wissens, hasst, als sie alle Horizont-Umschränkungen aufzuheben sucht und den Menschenin ein unendlich-unbegrenztes Lichtwellen-Meer des er-kannten AVerdens hinein wirft.