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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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selbst tragen die Spuren jener Leiden, die in Folge einesÜbermaasses von Historie über die Menschen der neuerenZeit gekommen sind, zur Schau, und gerade diese Ab-handlung zeigt, wie ich mir nicht verbergen will, in derUnmässigkeit ihrer Kritik, in der Unreife ihrer Mensch-lichkeit, in dem häufigen Übergang von Ironie zum Cy-nismus, von Stolz zur Skepsis, ihren modernen Charak-ter, den Charakter der schwachen Persönlichkeit. Unddoch vertraue ich der inspirirenden Macht, die mir anstatteines Genius das Fahrzeug lenkt, ich vertraue der Ju-gend, dass sie mich recht geführt hat, wenn sie michjetzt zu einem Proteste gegen die historischeJugenderziehung des modernen Menschen nöthigtund wenn der Protestirende fordert, dass der Menschvor allem zu leben lerne, und nur im Dienste deserlernten Lebens die Historie gebrauche. Man mussjung sein, um diesen Protest zu verstehen, ja man kann,bei der zeitigen Grauhaarigkeit unserer jetzigen Jugend,kaum jung genug sein, um noch zu spüren, wogegenhier eigentlich protestirt wird. Ich will ein Beispiel zuHülfe nehmen. In Deutschland ist es nicht viel längerals ein Jahrhundert her, dass in einigen jungen Men-schen ein natürlicher Instinct für das, was man Poesienennt, erwachte. Denkt man etwa, dass die Generationenvorher und zu jener Zeit von jener ihnen innerlich frem-den und unnatürlichen Kunst gar nicht geredet hätten?Man weiss das Gegentheil: dass sie mit LeibeskräftenüberPoesie nachgedacht, geschrieben, gestritten haben,mit Worten über Worte, Worte, Worte. Jene eintretendeErweckung eines Wortes zum Leben war nicht sogleichauch der Tod jener Wortmacher, in gewissem Verständeleben sie jetzt noch; denn wenn schon, wie Gibbon sagt,nichts als Zeit, aber viel Zeit dazu gehört, dass eine Welt