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der Cultur verstanden, geben wird. Aber gerade hier-über bleibt ein schwerer Zweifel zurück. Dicht nebendem Stolze des modernen Menschen steht seine Ironieüber sich selbst, sein Bewusstsein, dass er in einer histo-risirenden und gleichsam abendlichen Stimmung lebenmuss, seine Furcht, gar nichts mehr von seinen Jugend-hoffnungen und Jugendkräften in die Zukunft retten zukönnen. Hier und da geht man noch weiter, in’s Cy-nische und rechtfertigt den Gang der Geschichte, jader gesammten Weltentwicklung ganz eigentlich fürden Handgebrauch des modernen Menschen, nach demcynischen Kanon: gerade so musste es kommen, wie esgerade jetzt geht, so und nicht anders musste der Menschwerden wie jetzt die Menschen sind, gegen dieses Mussdarf sich keiner auf lehnen. In das Wohlgefühl einesderartigen Cynismus flüchtet sich der, welcher es nicht inder Ironie aushalten kann; ihm bietet überdies das letzteJahrzehnt eine seiner schönsten Erfindungen zum Ge-schenke an, eine gerundete und volle Phrase für jenenCynismus: sie nennt seine Art, zeitgemäss und ganz undgar unbedenklich zu leben „die volle Hingabe der Per-sönlichkeit an den Weltprozess“. Die Persönlichkeit undder Weltprozess! Der Weltprozess und die Persönlichkeitdes Erdflohs! Wenn man nur nicht ewig die Hyperbelaller Hyperbeln, das Wort: Welt, Welt, Welt hörenmüsste, da doch Jeder, ehrlicher Weise, nur von Mensch,Mensch, Mensch reden sollte! Erben der Griechen undRömer? des Christenthums? Das scheint Alles jenenCynikern nichts; aber Erben des Weltprozesses! Spitzenund Zielscheiben des Weltprozesses! Sinn und Lösungaller Werde-Räthsel überhaupt, ausgedrückt im modernenMenschen, der reifsten Frucht am Baume der Erkennt-nis! — das nenne ich ein schwellendes Hochgefühl; an